Impuls für die Gebetskette am 19. April 2020

Das Osterfest liegt hinter uns. Für viele von uns war es das erste Mal, dass wir es ohne einen Gottesdienstbesuch in der Kirche feiern mussten. Vielleicht haben wir Fernseh- oder Onlinegottesdienste gehört und gesehen, haben im Netz hier und da gestöbert, um dennoch eine österliche Botschaft zu empfangen. Vielen von uns hat trotzdem die Gemeinschaft gefehlt.

Dennoch stellt sich mir in diesen Wochen der geschlossenen Kirchen die Frage: was brauche ich eigentlich, um meinen Glauben zu leben und zu nähren? Und welche Formen könnte ich in dieser Zeit neu für mich entdecken, um Spiritualität zu leben und zu gestalten? Was gibt mir Halt, gerade in dieser Zeit, in der ich mit so vielen neuen Gegebenheiten und Fragen konfrontiert bin und in der der vermeintlich sichere Boden unter meinen Füßen durch die äußeren Bedingungen kräftig ins Wanken geraten ist!… Weiterlesen…

Momente der Stille im Tagesverlauf

 am Morgen

Gott, dieser Tag, und was er bringen mag,

sei mir aus deiner Hand gegeben.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Du bist der Weg, ich will ihn gehen,

du bist die Wahrheit, ich will sie sehn,

du bist das Leben, mag mich umwehen,

Leid und Kühle, Glück und Glut,

alles ist gut,

so, wie es kommt,

gib, dass es frommt.

In deinem Namen beginne ich.

                                               (Hubertus Halbfas)

 

oder

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Weiterhin müssen unsere Gottesdienste und Veranstaltungen ausfallen

Nachdem die Ministerpräsidenten der Länder am 15. April über das weitere Vorgehen und eventuelle Lockerungen debattiert haben, ist erst einmal klar, dass zumindest bis einschließlich zum 3. Mai noch keine Gottesdienste  in unseren Kirchen gefeiert werden und keine Veranstaltungen stattfinden können. Im Gottesdienstplan der „Brücke“ sind noch die Konfirmationen eingetragen. Sie sind inzwischen auf den 8. und 15. November verschoben worden. Sowie die Erlaubnis zu Gottesdiensten gegeben wird, informieren wir Sie hier.

Friederike Wilberg

Mit der neuen Osterkerze auf Karfreitag und Ostern schauen

 

Giselheid  Bahrenberg, Pfarrerin i.R., hat auch in diesem Jahr wieder die Osterkerze für das Heliand-Zentrum gestaltet. Für dieses Jahr hat sie ihr Motiv sehr aktuell gewählt und spricht damit genau in diese so besondere Zeit hinein.Anhand ihres Entwurfes deutet sie Karfreitag und Ostern:

„Wir sehen hier die neue Osterkerze, die ab Ostersonntag im Heliand-Zentrum In Essen-Freisenbruch neben dem Altar stehen wird und uns bis in das nächste Jahr hinein begleiten wird. Wir betrachten sie näher. Ich habe sie mit farbigem Wachs gestaltet und dabei … Weiterlesen…

Psalm 13 an Karfreitag

Psalm 13 (in einer Übertragung von Thomas Püttmann) für die Gebetskette am Karfreitag, 18 Uhr

Wie lange noch?

Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz?

Wie lange noch zeigst du dein Antlitz mir nicht?

Wie lange noch muss meine Seele sich sorgen?

Wie lange noch Kummer im Herz Tag für Tag?

Ich aber traue auf deine Güte.

Mein Herz soll sich freuen, dass du kommst und hilfst.

Frag ich: ‚wie lang noch‘, so darf ich stets sagen:

Ich traue auf dich!

Wie lange noch darf es mein Leben bestimmen?

Wie lange noch bis dieser Feind einmal ruht?

Wie lange noch, Herr, bis die Freunde ich treffe?

Wie lange noch, bis die Gemeinschaft dir singt?

Ich aber traue auf deine Güte.

Mein Herz soll sich freuen, dass du kommst und hilfst.

Frag ich: ‚wie lang noch‘, so darf ich stets sagen:

Ich traue auf dich!

Als Impuls dient heute der Blick auf die Osterkerze, die Giselheid Bahrenberg auch in diesem Jahr wieder gestaltet hat  und ihre Gedanken dazu.

 

 

 

Impuls für die Gebetskette am 5. April 2020, 18 Uhr

Eine weitere Woche unter besonderen Corona-Bedingungen liegt hinter uns. Eine weitere Woche ohne unser gewohntes gesellschaftliches Leben. Manches hat sich inzwischen eingespielt, Homeoffice, Kinder Zuhause.

Die Ostertage stehen vor der Tür, Verwandtschaftsbesuche fallen aus, das wird besonders weh tun an den Festtagen. Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen sind untersagt, auch Sterbende dürfen nicht besucht werden. Was für eine unmenschliche Situation ist da entstanden. Und vielleicht machen sich auch Ängste breit? Was, wenn ich infiziert werde? Oder meine Angehörigen! Wenn wir uns nicht mehr sehen können in schlimmer Zeit? Und wie geht es wirtschaftlich weiter? Existenzängste haben viele erreicht.

Palmsonntag ist heute, Jesus reitet auf einem Esel in Jerusalem, dem Ort seiner Hinrichtung,  ein.. Die Karwoche liegt vor uns, diese besondere Woche, die an all die verschiedenen Schritte der Leidensgeschichte Jesu erinnern. Wo kann sie uns in diesem Jahr Hilfe sein, das zu bewältigen, was jetzt für uns zu bewältigen ist?

Mein Blick richtet sich besonders auf die Geschichte von Gethsemane. Mit den Konfirmand*innen habe ich sie noch vor wenigen Wochen als Fotoerzählung festgehalten. (siehe Foto)

Jesus geht mit seinen Jüngern, kurz vor seiner Gefangennahme, an den Ölberg in den Garten Gethsemane. Er weiß um sein Ende, Angst nimmt ihn gefangen.

„Jesus sprach zu seinen Jüngern: ‚“Betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt!“  Dann ging er allein weiter. Einen Steinwurf von ihnen entfernt kniete er nieder und betete: „Vater, wenn es dein Wille ist, dann erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen. Aber dein Wille soll geschehen, nicht der meine!“ Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm Kraft. In seiner Todesangst betete Jesus noch angespannter und sein Schweiß tropfte wie Blut auf den Boden. Als er sich vom Gebet erhob und wieder zu den Jüngern kam, schliefen sie; so erschöpft waren sie vor Kummer. „Wie könnt ihr schlafen?“ sagte er zu ihnen. „Steht auf und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt“!“ (Lukas 22, 39-46)

Ich erfahre durch Jesus in dieser Geschichte, wie ich mit meinen eigenen Ängsten umgehen kann. Und da ist viel Angst in Jesus, Todesangst! („erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen“) Und ich erlebe hier, was Gebet ist, nämlich ein innerer Weg: mit allem, was ihn quält, hält Jesus sich Gott hin, weicht seinen Ängsten nicht aus, geht in sie hinein, durchlebt sie bis zum Grund. Und dann, nach einer Weile,  geschieht Göttliches: „ein Engel erschien ihm vom Himmel und gab ihm Kraft“. Da, am tiefsten Grund seiner Angst, erfährt er, dass er gehalten ist, dass er nicht tiefer fallen kann, als in Gott hinein. Und so kann er am Ende voll Vertrauen beten: „Dein Wille geschehe“.

Ein Weg,  mit den Ängsten unserer Tage umzugehen. Sie nicht wegzudrängen, sondern ihnen ins Gesicht zu schauen, uns ihnen zu stellen, sie zu durchleben, um gestärkt hindurchzugehen. Tag für Tag, morgen vielleicht wieder aufs Neue uns ihnen stellen müssen, aber wissen: es gibt einen Weg durch meine Ängste hindurch. Ich bin vielleicht dem Corona-Virus, aber nicht meinen Ängsten ausgeliefert.

Versuchen Sie, versucht,  in dieser Weise des Gebets die Karwoche in diesem Jahr bewusst zu nutzen, um der Dunkelheit um uns herum nicht ausgeliefert zu sein, sondern ihr vertrauensvoll zu begegnen.

Friederike Wilberg, Pfarrerin

P.S. Die nächste Gebetskette soll am Karfreitag um 18 Uhr sein.

Impuls für die „Gebetskette“ am 29.3.2020 – Prediger 3: Für alles gibt es eine Zeit

Zwei Wochen sind wir bereits in diesem neuen Rhythmus unterwegs… seit zwei Wochen sind Schulen und Kitas dicht, sind die Kinder Zuhause zu betreuen, Kontakte zu Großeltern untersagt, andere Kontakte auf ein Minimum reduziert, nur noch die nötigsten Gänge zu machen.

Wie haben Sie diese Zeit bisher erlebt? Was ist dir in dieser Zeit wichtig gewesen? Was fällt Ihnen besonders  schwer an dieser Situation? Worunter leiden Sie? Wo entdeckst du vielleicht auch eine Chance mittendrin in allem?

Eins mag uns einen: ich glaube, wir nehmen diese Zeit tiefer wahr als sonst, sind achtsamer, allein schon deshalb, weil die Situation neu und ungewohnt ist. Vielleicht aber auch, weil wir neue Erfahrungen machen, mit uns selbst in dieser besonderen Zeit, aber vielleicht auch Erfahrungen der Verbundenheit, weil unsere Gedanken immer wieder zu den Menschen in Italien und Spanien wandern, zu den Infizierten bei uns und weltweit, zu den Helfenden und zu denen, die jetzt um ihre Existenz bangen. Ein stilles oder lautes Gebet mag diese Verbundenheit nochmal unterstreichen. Mir tut es gut, mich abends beim Glockengeläut unserer Kirchenglocken bewusst zu verbinden.

 

„Für alles gibt es eine Zeit“, sagt der Prediger Salomo,

„Zeit für jedes Vorhaben unter dem Himmel:

Zeit zu gebären und Zeit zu sterben,

Zeit zu pflanzen und Zeit auszureißen.

Zeit zu töten und Zeit zu heilen,

Zeit einzureißen und Zeit zu bauen.

Zeit zu weinen und Zeit zu lachen,

Zeit zu trauern und Zeit zu tanzen….

Zeit zu umarmen und Zeit, das Umarmen zu meiden…

Zeit zu suchen und Zeit verloren zu geben,

Zeit zu bewahren und Zeit wegzuwerfen.“

(Prediger Salomo 3, 1-6, nach der Bibel in gerechter Sprache)

 

Was für eine Zeit ist jetzt gerade für Sie / für Dich?

Was ist jetzt dran?

Wo müssen wir jetzt aushalten, durchstehen und annehmen?

Und was lässt sich gestalten?

Wo entdecken wir in den auferlegten Begrenzungen sogar eine Chance?

 

Eine Frau sagte mir neulich: „Endlich komme ich mal zur Ruhe, habe nicht das Gefühl, dauernd etwas zu verpassen.“

Ich habe schon viele schöne Telefonate geführt, manche waren intensiver als zu anderen Zeiten, wenn Begegnung selbstverständlich ist.

 

„Für alles gibt es eine Zeit“ – immer ist sie Gottes Zeit. Auch diese Corona-Zeit ist Gottes Zeit. Ich will sie in diesem Bewusstsein durchleben.

Friederike Wilberg, Pfarrerin

Das neue Presbyterium

Nachdem die neuen PresbyterInnen ihr Gelübde abgegeben haben und die wiederberufenen PresbyterInnen an dieses erinnert worden sind, setzt sich die Leitung unserer Gemeinde ab dem 30.3. aus folgenden Personen zusammen:

Monika Falkenhagen

Katrin Heidrich

Astrid Hübner

Jörg Köppen

Kuno Mühlhaus

Uwe Paulukat

Ulla Rühl

Roger Schäfer

Elias Seegy

Elke Weber

Gabi Werner

Reinhard Ziegler

 

Als Mitarbeiterpresbyterin:

Dorothea Menges