Frieden

Suche den Frieden und jage ihm nach“ lautet die Jahreslosung für das kommende Jahr, und so haben wir diese Ausgabe unter das Thema „Frieden“ gestellt. Frieden herrschte in unserem Posteingang, denn viel hat uns nicht erreicht – dennoch sind 20 Jahre Fusion und ein funktionierendes Gemeindeleben auch ein Zeichen von Frieden und ein guter Grund, einen positiven Blick auf unser Gemeindeleben zu werfen.
Dafür erhielten wir so viele sonstige Beiträge mit Fotos, die Platz verdienen, dass wir die Wahl hatten, entweder die Ausgabe (zum ersten Mal!) auf 32 Seiten aufzustocken oder einige Artikel, für die die Februar-März-Ausgabe zu spät gewesen wäre, nicht zu drucken. Wir entschieden uns für die erste Option, so dass die brücke dieses Mal ungewöhnlich dick ist.

Herzlich einladen möchten wir zu den Advents- und Weihnachtsgottesdiensten, die diesmal praktisch alle Terminankündigungen darstellen. Lassen Sie sich besonders zum Lebendigen Adventskalender einladen; die Termine finden Sie auf Seite 15. Neues gibt es auch in der Jugendarbeit; lesen Sie hierzu den Beitrag auf Seite 8.

Die nächste Ausgabe steht unter dem Thema „älter werden“. Ist Altwerden nichts für Feiglinge oder wird das Leben wie alter Wein immer besser? Genießt man die wachsende Lebenserfahrung oder resigniert man, je mehr man sieht? Und welche Auswirkungen hat es, dass nicht nur das Durchschnittsalter der Gesellschaft, sondern auch das unserer Gemeinde steigt? Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Wir wünschen Ihnen eine friedliche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Beginn des Jahres 2019!

Wie immer können Sie die aktuelle Ausgabe durch Klick auf das Titelbild herunterladen.

Achtsamkeit

„Achtsamkeit“ ist ein weit gefasster Begriff. Vorsichtig sein, darauf achten, was ich tue, steckt darin; die Frage, wie ich mit mir, meiner Umwelt und meinen Mitmenschen umgehe – aber auch die Frage, wie ich mich selbst wahrnehme, wobei das „Wie“ gar keine qualitiative Wertung bedeutet, sondern vielmehr: Auf welche Weise spüre ich mich und meine Umwelt am besten? All diese Aspekte beleuchten wir in dieser Ausgabe.
Derzeit finden Umbauarbeiten in der Zionskirche statt, wodurch manche Gruppen und Veranstaltungen in andere Häuser ausweichen müssen. Manches hiervon konnten wir in den Veranstaltungshinweisen bzw. der Aufstellung der regelmäßigen Gruppen berücksichtigen, anderes vielleicht nicht – und auch, was in dieser Ausgabe steht, stellt nur den derzeitigen Planungsstand dar. Bitte achten Sie verstärkt auf Aushänge und Abkündigungen!

Was dieses Mal fehlt, ist der regelmäßige Bericht aus dem Presbyterium. Dies liegt einfach daran, dass in der „Sommerpause“ keine Sitzungen stattfanden; in der kommenden Ausgabe wird dieser Bericht aber wieder enthalten sein. Das Fehlen des Berichts hat aber noch eine andere Folge: Wir hätten eine Seite mehr gebraucht, und weil wir nur in Viererschritten arbeiten können (vier Seiten mehr oder vier Seiten weniger) ist kein Platz mehr für ein Ereignis, das kurz vor Drucklegung bekannt geworden ist: Frau Weiß bekam den „Ehrwin“ des WDR (Sendetermin voraussichtlich Ende Oktober). Hierüber berichten wir in der nächsten Ausgabe.
Der aktuelle Erscheinungszeitraum endet mit dem Ewigkeitssonntag und dem Beginn der Adventszeit. Sollte die nächste Ausgabe Sie nicht vor dem 1.12. erreichen, denken Sie daran, dass die Anfangszeiten der Gottesdienste im Heliand-Zentrum und der Zionskirche zum neuen Kirchenjahr wieder getauscht werden (Heliand-Zentrum ab dem 02.12. dann 11.15 Uhr, Zionskirche 9.45 Uhr).

Laden Sie die aktuelle Ausgabe durch Klick auf das Titelbild herunter.

Danke!

Zu meckern gibt es immer genug und wir tun das auch oft und gern, häufig auch zu Recht. In dieser Ausgabe wollen wir dagegen eine positive Sicht wagen und „Danke“ sagen. Dankbar sein können wir für vieles, manchmal für große Dinge, manchmal für die nur scheinbar kleinen – eine nette Geste, ein freundliches Wort… Zunächst dachte ich – zugegeben – ja, dass kaum Artikel zum Thema da wären und fand dies auch ein wenig befremdlich. Am Ende war es doch überraschend, wie viele der zugesandten Beiträge aber Dankbarkeit für unterschiedlichste Dinge ausdrücken – einer musste sogar aus Platzgründen unter „Gemeindeleben“ Asyl finden.

Besonders möchte ich Ihr Augenmerk auf die anstehende Visitation (siehe Seite 7) lenken; zum Auftakt mit Gemeindeversammlung sind Sie herzlich eingeladen! Beachten Sie auch bitte, dass sich der Ort der diesjährigen Jubelkonfirmation geändert hat (ebenfalls S. 7).

Diese Ausgabe enthält viele Rückblicke – auf die Seniorenfreizeit, auf Treffen und Ausflüge, auf die Gemeindeversammlung, auf erreichte Ziele. Sie zeigen die Vielfalt und Lebendigkeit des Gemeindelebens. Viel Spaß bei der Lektüre – lassen Sie sich inspirieren, beim nächsten Mal auch (oder wieder) dabei zu sein!

In der nächsten Ausgabe lautet unser Thema „Achtsamkeit“. Wie nehmen wir die Bedürfnisse anderer wahr, wie weit lassen wir uns auf sie ein – und was fordern andere, vielleicht im Gegensatz dazu, von uns? Wie gehen wir miteinander und mit dem um, was Gott uns gegeben hat? Wir freuen uns auf Ihre Gedanken!
Die aktuelle Ausgabe können Sie wie immer durch einen Klick auf das Titelbild herunterladen.

Unterwegs

Titelbild Gemeindebrief Ausgabe Juni bis Mitte August 2018„Unterwegs“ haben wir diese Ausgabe genannt, und dies passt nicht nur in die beginnende Ferienzeit. Wohin sind wir unterwegs, warum überhaupt, wo und wie kommen wir an, was hat Bestand? Die Artikel zum Thema bieten Schlaglichter auf mögliche Antworten.

Unterwegs sind auch wir, die diesen Gemeindebrief setzen: Genau zu der Zeit, in der die kommende Ausgabe vorbereitet werden müsste, haben wir Urlaub. Deshalb deckt diese brücke erstmals einen ungewöhnlichen Zeitraum ab, nämlich von Juni bis Mitte August. Sowohl der Gottesdienstplan als auch die Geburtstagsliste berücksichtigen diesen Umstand und enthalten die Geburtstage bzw. Gottesdienste bis Ende August. Die kommende Ausgabe erscheint dann zwei Wochen später als normal, also Mitte August; auch der Redaktionsschluss verschiebt sich vom 15.06 auf den 6. Juli. Ab Oktober werden wir wieder im normalen Turnus sein.

Ein wichtiges Ereignis in diesem Erscheinungszeitraum ist sicherlich die Gemeindeversammlung am 17.06. in der Zionskirche, zu der Sie herzlich eingeladen sind (siehe Seite 7). Kommen Sie zahlreich, lassen Sie sich informieren und diskutieren Sie mit!

Eine weitere Neuerung kommt auf leisen Sohlen, wird aber in Zukunft für uns immer wichtiger werden: Gemeindeübergreifende Kooperationen. Am 15. Juni ist darum Pfarrer Frank Jager aus Kray bei uns im Rahmen des „Kanzeltauschs“ zu Gast; lesen Sie hierzu den Artikel auf Seite 7.

Die nächste Ausgabe steht unter dem Thema „Danke!“. Wir meckern zwar gerne, aber im Grunde gibt es doch viele Dinge, für die wir dankbar sein dürfen, große und (oft nur vermeintlich) kleine. Zeit für einen positiven Blick! Wofür sind Sie dankbar? Schreiben Sie uns!

Die aktuelle Ausgabe können Sie durch Klick auf das Titelblatt herunterladen. Leider hat sich im Gottesdienstplan ein Druckfehler eingeschlichen: Die Gottesdienste in der Zionskirche beginnen natürlich wie gewohnt um 11.15, nicht um 11 Uhr!

Perspektiven

Erstens kommt es anders, und zweitens… Vor einem Jahr kündigte ich an, nach dieser Ausgabe mein Engagement aus Zeitgründen zurückfahren zu müssen. Ein Nachfolger wurde gesucht. Nachdem sich lange Zeit niemand gemeldet hatte und schon eine externe Vergabe des Layouts konkrete Formen angenommen hatte, meldete sich Frau Heimberg bei mir (sie stellt sich auf Seite 7 kurz vor) und gestaltet die brücke nun mit. Wir haben uns geeinigt, zunächst als Team zu arbeiten; dies hat auch auf Anhieb wunderbar funktioniert. Trotzdem suchen wir weiter nach Menschen, die uns beim Layout unterstützen, denn je mehr Schultern mittragen, umso einfacher wird es. Sprechen Sie uns an!

Neuigkeiten gibt es auch in der Frage der Pfarrstellenbesetzung; mehr hierzu lesen Sie auf Seite 3. Pfarrerin Alice Lorber wird uns aus familiären Gründen Mitte April verlassen; auch wir von der Redaktion sagen Danke für die vergangenen Monate und wünschen alles Gute für die Zukunft! Als neuer Vertretungspfarrer stellt sich auf Seite 3 Markus Weidemann vor. Herzlich willkommen!

Wie immer um diese Jahreszeit stehen nicht nur die Konfirmationen, sondern auch die Anmeldung zum Konfirmationsunterricht an. Die Termine finden Sie auf Seite 10. Eine letzte Neuerung betrifft den Gottesdienstplan, der jetzt auch die Gottesdienste im Alfried-Krupp-Krankenhaus Steele ausweist.

Die nächste Ausgabe steht unter dem Titel „Unterwegs“. Wohin sind Sie, sind wir, ist jemand anderes unterwegs – und wollen wir dahin, ist das gut so? Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Die Ausgabe können Sie wie immer durch Klick auf das Titelbild herunterladen.

Zeig dich!

Titelbild brücke Februar/März 2018

„Zeig dich!“ lautet das Motto der Aktion „Sieben Wochen ohne“ in diesem Jahr und wir fanden es gut. Ja, man sollte sich niemandem aufdrängen, Bescheidenheit und Toleranz sind Werte an sich. Dennoch: Wie weit darf ich zurückstecken, ohne mich selbst aufzugeben? Muss ich mit meiner Meinung hinter dem Berg halten oder darf ich, sollte ich sie selbstbewusst äußern? Diese Ausgabe versucht, hierzu Mut zu machen – auf weniger Seiten als gewöhlich, denn wir haben deutlich weniger Artikel erhalten als sonst.

Die Gemeindeversammlung, die am 19.11.2017 stattfand, informierte zum Stand und zur Zukunft unserer Gemeinde. Einen vollständigen Bericht lesen Sie auf Seite 4. Unter anderem, weil hoffentlich zu der dort angekündigten weiteren Gemeindeversammlung zum Thema Pfarrstellen und Gemeindekonzeption eingeladen wird, haben wir für die nächste Ausgabe das Thema „Perspektiven“ gewählt. Aber auch die Zukunft der brücke wird Thema sein. Ansonsten gilt wie immer: Wir freuen uns auf Ihre Beiträge! Welche Perspektiven sehen Sie – privat, beruflich, gemeindlich, gesellschaftlich?

Vielen Dank für die Anregung aus der Gemeindeversammlung, die Gottesdienstzeiten für die Kapelle im Alfried-Krupp-Krankenhaus Steele zu veröffentlichen. Ob dies problemlos umsetzbar ist, werden wir für die kommende Ausgabe prüfen. Den Abschluss des Erscheinungszeitraums dieser Ausgabe bildet das Osterfest. Zu den besonderen Gottesdiensten laden wir auf Seite 10 ein – seien Sie nicht nur hierzu herzlich willkommen, sondern auch zu den vielfältigen anderen Veranstaltungen, die Sie ab Seite 7 finden.

Wie immer können Sie die Internetausgabe durch einen Klick auf das Titelbild herunterladen.

Hoffnung

„Hoffnung“ haben wir diese Ausgabe betitelt und hierbei nicht nur an Weihnachten gedacht, sondern auch an die weitere Arbeit in unserer Gemeinde. Ein positiv besetzter Begriff, wie wir zunächst fanden; dennoch sind die Artikel zu diesem Thema recht nachdenklich und machen deutlich, dass man ja eigentlich aus einer schwierigen oder unangenehmen Lage heraus hofft – gerade ist das Leben also nicht so schön und es geht einem nicht gut. Dennoch blickt man zuversichtlich und auf Gott vertrauend in die Zukunft. Danke für die vielen Zuschriften!
Am 1. Advent, also am 3.12., beginnt ein neues Kirchenjahr, das auch für uns einige Änderungen bringt: Die Gottesdienstzeiten ändern sich wieder turnusmäßig (bitte beachten Sie die Uhrzeiten im Gottesdienstplan) und der Kirchenbus wird eingestellt. Lesen Sie hierzu „Aus dem Presbyterium“ auf Seite 12.
Weihnachten und das Jahresende rücken näher und man schaut auf das vergangene Jahr zurück. Vielleicht sind deshalb diesmal so viele Rückblicke in Wort und Bild bei uns eingegangen? Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und Stöbern.
Wir wünschen Ihnen eine gute, friedliche und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr 2018!

Die aktuelle Ausgabe können Sie sich wie immer durch Klick auf das Titelbild herunterladen.

Pfarrerin Alice Lorber stellt sich vor

Portrait von Pfarrerin Alice Lorber
Pfarrerin Alice Lorber

Du stellst meine Füße auf weiten Raum…

betet ein Mensch in Psalm 31. So empfinde ich auch meinen Auftrag als Pfarrerin. Denn in dem weiten Raum, den Gott uns zur Verfügung stellt, dürfen wir vieles entdecken. Mein Name ist Alice Lorber, und ich bin seit dem 1. Oktober 2017 beauftragt, bis Ostern 2018 Ihr Pfarrteam in der Gemeinde Freisenbruch-Horst-Eiberg im Rahmen einer 75%-Stelle zu unterstützen.

Als Pfarrerin ist mir wichtig, dass die Worte der Bibel in unserem Alltag ihren Raum haben und lebendig bleiben. Vielleicht eröffnen sie dem einen oder der anderen von uns weiten Raum in vermeintlicher Enge? Daran erinnern mich immer wieder die Worte aus Psalm 31 Vers 9: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum…“

Diesen weiten Raum möchte ich gern erkunden und Ihnen Lust dazu machen mitzugehen, aus einer anderen Perspektive auf Alltägliches, Gewohntes zu schauen. Als Handwerkszeug hierfür bringe ich eine Fortbildung im „Bibliolog“ und im „Bibeltheater“ mit, die ich am Pastoralkolleg Ratzeburg abgeschlossen habe. Macht Sie das neugierig? Dann freue ich mich darauf manches mit Ihnen auszuprobieren und zu erfahren, wie unterschiedlich ein Text auf uns wirken kann…

Weiten Raum durfte ich übrigens auch auf meinem persönlichen Lebensweg immer wieder erkunden – so führte mich mein Weg über eine Ausbildung zur Bankkauffrau und die Tätigkeit im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank schließlich zum Theologiestudium. Nach dem Vikariat in Wuppertal habe ich meinen Dienst als Pfarrerin zur Anstellung in Neumünster (Evangelische Kirche in Norddeutschland) und in den Essener Gemeinden Bredeney, Haarzopf und Margarethenhöhe versehen.

In meiner Freizeit erkunde ich gern den „weiten Raum“, indem ich mit dem Fahrrad in der Natur unterwegs bin. Am liebsten fahre ich gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Kindern Felix (4) und Ruth (3). Vielleicht kennen Sie ja auch ein schönes Ausflugsziel, das Sie uns empfehlen können? Über Tipps und Anregungen freuen wir uns sehr!

Ich bin sehr gespannt auf die vor uns liegende gemeinsame Zeit und freue mich darauf Sie und Ihre Gemeinde kennen zu lernen und Ihnen in Gottesdiensten, Teams und bei verschiedenen anderen Gelegenheiten zu begegnen.

Möge uns Gottes Geist umwehen. Damit wir bei unseren Begegnungen gemeinsam den weiten Raum erkunden, auf den Gott unsere Füße stellt.

Abschied

Titelbild Oktober/November 2017„Reformation“ sollte das Thema dieses Mal lauten und danach fragen, wie sich unsere Kirche entwickelt hat und wie sie sich weiterentwickeln muss, um in unserer Zeit und Gesellschaft weiterhin einen festen Platz zu haben. Der plötzliche Tod von Martin Breetzke-Stahlhut hat jedoch alle diese Überlegungen in den Hintergrund gerückt und so erinnern wir uns in dieser Ausgabe an ihn. So unterschiedlich die Erinnerungen an Martin sein mögen, ein Begriff kommt doch immer wieder vor: „Auf Augenhöhe“. Wie sehr sein Engagement und seine besondere Art des Umgangs mit seinen Mitmenschen uns allen fehlen wird, wird aus den Beiträgen auf den Seiten 2 und 3 deutlich.

Die Auswirkungen des Verlustes sind überall spürbar, im Großen wie im Kleinen. Die derzeitigen Überlegungen des Presbyteriums, auch Fragen der Vertretung und Nachfolge betreffend, finden Sie auf Seite 8.

Aber auch in der brücke ändert sich etwas: Zumindest bis zu einer Neuaufteilung der Seelsorgebereiche sind die Geburtstage nur noch nach Datum sortiert. Lassen Sie uns gerne wissen, ob dies für Sie übersichtlicher ist oder ob diese Darstellung für Sie Nachteile bringt! Besonders hinweisen möchte ich auf die Gemeindeversammlung am 19.11. (siehe Seite 7). Hier erhalten Sie nicht nur zeitnah Informationen über die neuesten Entwicklungen, sondern können auch selbst Fragen stellen, auf Probleme hinweisen und Lösungsmöglichkeiten mitentwickeln. Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen!

Die aktuelle Ausgabe können Sie sich wie immer durch Klick auf das Titelbild herunterladen.

Nachruf auf Martin Breetzke-Stahlhut

Kerzentisch mit Bild von Martin Breetzke-Stahlhut
Viele Trauergäste zündeten nach dem Gottesdienst Kerzen zum Gedenken an Martin Breetzke-Stahlhut an

Einen Nachruf zu schreiben für Martin ist als Kollege traurig und schwer. Plötzlich ist er nicht mehr in unserer Mitte und wir alle können es kaum fassen. Wir sind mit Gedanken bei ihm, bei seiner Frau und den Kindern und es schnürt uns den Hals zu, weil die Worte eigentlich nicht raus wollen aber den Umweg über die Tastatur finden müssen. Es ist alles so unverhofft und plötzlich geschehen. Und wir würden ihm gerne noch Vieles „nachrufen“ und das gilt wohl für uns alle in der Gemeinde und als Weggefährten.
Einen Nachruf für Martin zu schreiben ist darüber hinaus aber auch deshalb nicht einfach, weil mir sehr präsent ist, welche Einstellung er selber zu Nachrufen hatte, die seiner Meinung nach zu überladen oder zu schwülstig waren. Viele von uns haben seinen leicht kritischen Gesichtsausdruck vor Augen bei sehr förmlichen und langwierigen Veranstaltungen und irgendwie habe ich ihn gerade im Ohr. Lieber kurz und aufrichtig! Kurz und aufrichtig, ja: Er fehlt an allen Ecken und Kanten in unserer Gemeinde und sein Tod hat eine große Lücke gerissen.

Er hat viel Zeit und Energie in all den Jahren in unsere Gemeinde eingebracht. Er hat die vielen Veränderungen in den knapp 30 Jahren in der Gemeinde mitgestaltet und begleitet. Viele Male war er Presbyteriumsvorsitzender und in Gremien vertreten.
Es gibt nicht mehr so viele, die in diesen Zeiten auch in den Problembereichen einer Gesellschaft nahe bei den Menschen sind. Martin war so einer. Er hat viel möglich gemacht, manche angehenden Pfarrer geprägt und Spuren hinterlassen. Ein für ihn wichtiges theologisches Ideal für seine Vorstellung von Gemeinde hat er mir einmal in Anbindung mit dem Konzept des Theologen Ernst Langes erläutert. Ernst Lange war es wichtig, dass die Kirche sich einlässt, auf das Leben und die Wirklichkeit der modernen Welt, um der Glaubwürdigkeit Gottes Willen. Diesen Geist konnte ich auch bei Martin im alten Bonhoefferhaus und auch jetzt im Kirchenladen spüren. Das war ihm wichtig – Gemeinde bei den Menschen zu leben und auf gleicher Augenhöhe. Wer mitmachen wollte, konnte das mit seinen Gaben und Fähigkeiten. Eine Mischung aus Diskussionsforum, sozialem Engagement und bisweilen offenen Angeboten – eben ein bisschen so wie der allererste Kirchenladen von Ernst Lange in Berlin-Spandau in den 60èr Jahren. Ein Symbol dafür war ihm vielleicht auch das schlichte Holzkreuz, das aus schwarzen und im tiefen Moor gefundenen Hölzern gestaltet wurde und auch heute noch im Kirchenladen hängt. Manchmal hat er davon erzählt, wie er darangekommen ist.
Auch in den Tiefen des Lebens da zu sein, das konnte er. Als Kollege beeindruckte es mich immer, wie angenommen viele Menschen sich bei ihm fühlten und wie er oft auch versucht hat mal 5 gerade sein zu lassen, sei es dienstlich, theologisch und vor allem menschlich. Viele junge Menschen haben diese Wertschätzung im Unterricht und bei den beliebten Konfifreizeiten nach Schloss Dankern erlebt, im von ihm so geschätzten Kindergottesdienst, andere bei Taufen, Hochzeiten und Beisetzungen, bei Besuchen und in Sitzungen.

Er hat durch seine vielen Jahre hier Menschen und Familien schon oft ihr Leben lang begleitet und war für viele oft eben „der Martin“. Ein großer gewachsener Schatz an Beziehungen war er in der Gemeinde. Eine wichtige Konstante. Ein pfarramtliches „Herr Pfarrer Breetzke-Stahlhut“ war selten zu hören. „Ach, der Nette“, „der Freundliche“, und auch „der Lustige“ war manchmal ergänzend zu hören, als Menschen nach dem Pfarrer fragten, den sie am Rande oder das erste Mal in der Kirche erlebt haben. Und streitbar konnte er auch sein, wenn er den Eindruck hatte, die Würde der Menschen, ob in Familien, Einrichtungen, in Familienstrukturen und besonders auch bei Bestattungen stünde auf dem Spiel.
Mit besonderer Leidenschaft hat er sich im Martineum eingebracht. Ich meine, etwas von dem Geist, den ihn inspirierte ist dort spürbar. Ihm war ein gemeinschaftliches Leben in Würde und Geselligkeit dort wichtig. Von den Möglichkeiten der gemeinsamen Mahlzeiten dort bis hin zum menschlichen Miteinander im Leben und der Pflege im Haus. Dort war er mit sehr viel Leidenschaft tätig.

Schweden tat ihm gut, dort mit seiner Familie zu sein und auftanken zu können. Er kam immer sehr gelöst und inspiriert aus den Urlauben in Schweden zurück und man merkte ihm an, wie gut ihm die Zeit dort tat. Oft dauerte es aber nicht lange, dass ihn der pfarramtliche Alltag in seiner ganzen, oft schwerwiegenden Breite und terminlichen Enge wieder vereinnahmte.
Und er konnte anpacken und zulangen. Manchen riesigen Tannenbaum haben wir für die Zionskirche transportiert, den er persönlich darüber hinaus auch selber fachmännisch gefällt hatte.
Er hatte auch vor Augen, dass in dieser Zeit auch seine letzten Dienstjahre anstanden. Ich hätte ihm noch gerne viele, schöne Jahre und einen guten Ruhestand gewünscht und ich schaue im Moment auch nachdenklich zurück auf die Dinge, die ihn viel Kraft und manchmal auch Nerven gekostet haben. Er hat seine 27 Dienstjahre hier mitten in der Gemeinde mit seiner Familie gelebt und sich eingebracht. Er hat Eindrücke hinterlassen bei Mitarbeitern, den vielen Konfifreizeiten nach Dankern, bei den vielen Besuchen und Amtshandlungen, der Mitarbeit im damaligen Stadtkirchenverband und sicher auch im Martineum.

Die erste Andacht im Gemeindebrief Juni/Juli 1990 als neuer Pfarrer fürs Hörsterfeld hatte das Thema in Anlehnung an 1. Chronik 16,8 „Einander danken und Gott für die eigenen Fähigkeiten zu danken“. In diesem Sinne sind wir nach 27 Jahren dankbar für Martin Breetzke-Stahlhut, aus tiefem Herzen. Es ist mir fast so, als hörte ich ihn dazu mit seiner Gitarre, etwas lauter singend bei dem Lied „Strahlen brechen viel aus einem Licht, unser Licht heißt Christus. Strahlen brechen viel aus einem Licht und wir sind eins in ihm.“ Das mochte er. Ein deutscher Text nach einem schwedischen Lied.

Martin, ich wünsche dir, stellvertretend für uns alle, dass du schaust, was du geglaubt hast. Mein Sohn sagte mir, das Letzte, das Martin zu ihm gesagt hat, war „Gott segne dich“ beim Abschiedsgottesdienst der Viertklässler. Das wünschen wir dir alle jetzt auch „Gott segne dich, Martin!“ und Danke für das Miteinander und Danke für das, was du auch mit deiner Familie bei uns eingebracht hast.
Olaf Zechlin, Pfarrer
Vorsitzender des Presbyteriums